MedAT zum zweiten Mal
Du trittst zum zweiten Mal zum MedAT an und fragst dich, was du dieses Mal anders machen solltest? Der wichtigste Punkt vorweg: Du startest nicht wieder bei null. Du kennst den Test, hast bereits mehrere Monate Vorbereitung hinter dir und weißt wahrscheinlich schon ziemlich gut, welche Bereiche dir leichter und welche dir schwerer fallen.
Beim zweiten MedAT-Antritt geht es deshalb nicht unbedingt darum, einfach mehr zu lernen. Viel wichtiger ist, deine erste Vorbereitung ehrlich zu analysieren und diesmal gezielter vorzugehen.
Was solltest du beim zweiten MedAT-Versuch anders machen?
Versuche nicht einfach, deine erste Vorbereitung mit mehr Lernstunden zu wiederholen. Überlege dir stattdessen, welche Teile deiner Strategie funktioniert haben und wo du wirklich etwas verändern musst. Nach einem nicht erfolgreichen Versuch ist die erste Reaktion oft: „Dann muss ich nächstes Mal einfach mehr lernen.“ Das kann stimmen – muss aber nicht. Vielleicht war nicht die Lernmenge das Problem, sondern die Strategie. Vielleicht hast du sehr viel BMS gelernt, aber zu wenig unter Zeitdruck trainiert. Vielleicht liefen einzelne KFF-Untertests gut, andere haben dir regelmäßig Punkte gekostet. Oder du hast zwar viel geübt, aber deine Fehler kaum ausgewertet.
Bevor du also wieder loslegst, lohnt sich ein kurzer Rückblick: Was hat beim letzten Mal gut funktioniert – und was ganz offensichtlich nicht? Genau daraus sollte dein neuer Plan entstehen.
Wie findest du heraus, wo du beim ersten MedAT Punkte verloren hast?
Schau dir dein Testergebnis so genau wie möglich an und versuche, deine Schwächen einzelnen Untertests und Themenbereichen zuzuordnen.
Beim zweiten Antritt hast du einen großen Vorteil: Du weißt schon ungefähr, wo deine Baustellen liegen. Sei ehrlich zu dir selbst und analysiere dein Ergebnis genau. Daraus kannst du Rückschlüsse ziehen, welche Untertests bereits gut funktioniert haben und wo noch Aufholbedarf besteht. Versuche deshalb nicht, wieder jeden Bereich gleich zu behandeln. Wenn ein Untertest bereits sehr stabil war, musst du dort nicht dieselbe Energie investieren wie in einen Bereich, der dir regelmäßig Schwierigkeiten macht.
Auch innerhalb von BMS lohnt sich ein genauer Blick: War wirklich „Biologie“ das Problem – oder vielleicht nur ein bestimmter Themenblock? Nimm dir dafür noch einmal die Stichwortlisten her und überlege, bei welchen Punkten dir Hintergrundwissen oder Sicherheit fehlen.
Je genauer du deine Schwächen kennst, desto gezielter kannst du diesmal trainieren.
Warum ist der „Kenn ich schon“-Effekt beim zweiten MedAT gefährlich?
Weil Wiedererkennen nicht dasselbe ist wie Wissen sicher abrufen zu können. Gerade beim zweiten Durchgang wirken viele Inhalte vertraut – und genau das kann ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Beim Lernen kommt schnell der Gedanke: „Das hab ich letztes Jahr eh schon gemacht.“ Trotzdem solltest du überprüfen, ob du das Thema wirklich beherrschst und nicht nur wiedererkennst.
Deshalb gilt beim zweiten Antritt noch stärker: weniger nur durchlesen, mehr aktiv abfragen, rechnen, anwenden und testen.
Wann solltest du beim zweiten MedAT-Antritt mit dem Lernen beginnen?
Das hängt vor allem davon ab, wie viel Wissen aus deiner ersten Vorbereitung noch sitzt und in welchen Bereichen du nachbessern möchtest. Du musst deshalb nicht automatisch genauso früh starten wie beim ersten Versuch.
Wenn du dir unsicher bist, wann der richtige Zeitpunkt für deinen Neustart ist, findest du dazu mehr in unserem Beitrag „Wann sollte ich mit dem Lernen für den MedAT beginnen?“. Gerade beim zweiten Versuch kann dein Zeitplan ganz anders aussehen als beim ersten – schließlich musst du nicht alles komplett neu aufbauen.
Warum solltest du beim zweiten MedAT früher unter Zeitdruck trainieren?
Weil es beim MedAT nicht nur darauf ankommt, eine Aufgabe lösen zu können, sondern sie auch schnell und konzentriert zu bearbeiten.
Viele merken erst relativ spät in der Vorbereitung, dass sie einzelne Aufgaben zwar lösen können – aber nicht schnell genug. Beim zweiten Versuch lohnt es sich deshalb, früher Zeitlimits einzubauen und nach und nach auch mehrere Untertests hintereinander zu bearbeiten. Kurze Übungseinheiten bleiben natürlich sinnvoll. Mit der Zeit sollten aber auch längere, realistische Trainingsphasen dazukommen. So gewöhnst du dich nicht erst kurz vor dem Test daran, auch nach mehreren Stunden noch konzentriert zu arbeiten.
Wie analysierst du Fehler beim Lernen sinnvoll?
Versuche bei jeder falschen Antwort herauszufinden, warum sie falsch war. Denn nicht jeder Fehler braucht dieselbe Lösung.
- War es eine Wissenslücke?
- Ein Flüchtigkeitsfehler?
- Warst du zu langsam?
- Hat deine Strategie nicht funktioniert?
- Oder hast du die Frage schlicht zu schnell gelesen?
Nutze zur Analyse auch die "Lösungswege"-Funktion in unserem Übungsmodus. Sie zeigt dir eine Erklärung zur korrekten Antwort und hilft dir, dein Wissen noch weiter auszubauen. Wenn du nach Übungseinheiten kurz festhältst, wieso du eine Aufgabe falsch beantwortet hast, erkennst du mit der Zeit typische Muster. Genau diese Muster sind oft viel hilfreicher als die reine Anzahl an bearbeiteten Aufgaben.
100 Aufgaben zu machen bringt wenig, wenn du bei Aufgabe 101 wieder denselben Fehler machst.
Solltest du dich beim zweiten MedAT mit deinem letzten Versuch vergleichen?
Dein erster Versuch kann dir Orientierung geben – sollte aber nicht zum Maßstab für jede einzelne Lerneinheit werden. Natürlich möchtest du diesmal besser abschneiden. Trotzdem bringt es wenig, jede Übung mit dem Gedanken anzugehen: „Letztes Jahr war ich da schon weiter.“ Du bist jetzt in einer anderen Vorbereitung, mit einem anderen Plan und vor allem mit mehr Erfahrung. Ein zweiter Versuch muss keine Kopie des ersten mit mehr Lernstunden werden. Im besten Fall wird er gezielter, ruhiger und strukturierter.
Was ist dein größter Vorteil beim zweiten MedAT-Antritt?
Du weißt dieses Mal deutlich besser, was auf dich zukommt. Du kennst die Vorbereitung, die Untertests, den Zeitdruck und den Testtag bereits aus eigener Erfahrung. Nutze genau das. Behalte, was beim ersten Mal funktioniert hat. Ändere, was dich Punkte gekostet hat. Und investiere deine Zeit nicht automatisch dort, wo du dich ohnehin schon sicher fühlst.
Denn der größte Vorteil beim zweiten Versuch ist nicht, dass du mehr Zeit hattest, sondern, dass du diesmal weißt, worauf du achten musst.
Wir sehen uns im nächsten Beitrag. Bis dahin gilt: Übung macht den Mediziner.
Dein studymed-Team