Übung » Basiskenntnistest - Biologie

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Die Blutgruppen 

 

1.     Einleitung

2.     AB0 System

3.     Rhesusfaktor

4.     Bluttransfusion

5.     Kontrollfragen

 

1. Einleitung

Auf der Oberfläche der Erythrozyten finden wir eine große Anzahl unterschiedlicher zuckerhaltiger Membranbestandteile (Glykolipide bzw. Glykoproteine), die so genannten Blutgruppenantigene .

Beim Menschen sind über 100 solcher vererbbarer Antigene bekannt. Das AB0 System und das Rhesusystem sind von diesen Antigensystemen die wichtigsten. 

2. AB0 System

Innerhalb des AB0 Systems unterscheidet man vier Blutgruppen. 

 Blutgruppe

Antigen auf Erythrozyten

Antikörper im Blutplasma

A

A

anti-B

B

B

anti-A

AB

AB

keine

0

kein AB0 Antigen

Anti-A und Anti-B

Die vier Blutgruppen werden nach den Mendel’schen Regeln vererbt, die Allele A und B sind codominant, das Allel 0 ist rezessiv. Jeder Mensch hat zwei AB0 Blutgruppen Allele, eines von der Mutter und eines vom Vater. Im Folgenden das Vererbungsschema: 

 

A

B

O

A

AA

AB

A0

B

AB

BB

B0

0

A0

B0

00

Anders als bei der normalen Antikörperbildung sind beim AB0 System immer Antikörper vorhanden, sie entstehen durch Sensibilisierung mit den Oberflächenantigenen verschiedener Bakterien in den ersten Lebensmonaten. Sie werden auch als Agglutinine bezeichnet.

3. Rhesusfaktor

Neben dem AB0-System besitzt das aus verschiedenen Antikörpern bestehende Rhesus-Blutgruppensystem eine wichtige klinische Bedeutung. Das stärkste und wichtigste Rhesus-Antigen ist D.

Personen, die das Rhesus Antigen D besitzen, bezeichnet man als rhesuspositiv (Rh+:D) und die restlichen, welche das Antigen nicht auf ihren Erythrozyten tragen, als rhesusnegativ (Rh-:d).

In Mitteleuropa sind ca. 85% der Bevölkerung Rh+ und 15% Rh-.

Antikörper gegen Rhesus-Antigene kommen - im Gegensatz zum AB0 System - nicht natürlicherweise vor, sondern entstehen erst dann, wenn Blut von Rhesus positiven Spendern auf rhesusnegative Empfänger übertragen wird. In diesem Fall wird der Empfänger gegen das Rhesusantigen sensibilisiert, das heißt, er bildet Antikörper gegen die rhesuspositiven Erythrozyten. Problematisch wird es bei einer zweiten Transfusion, dann werden nämlich schnell große Mengen an Antikörpern gebildet, die dann die rhesuspositiven Spendererythrozyten sofort agglutinieren.

Einen besonderen Stellenwert hat das Rhesusystem bei einer Schwangerschaft. Gelangen nämlich die Anti-D-Antikörper einer rhesusnegativen Mutter über die Plazentaschranke in den fetalen Organismus, können diese rhesuspositive Erythrozyten agglutinieren. Dadurch tritt eine Hämolyse ein und das Leben des ungeborenen Kindes ist ernsthaft bedroht. Dies bezeichnet man als Morbus haemolyticus neonatorum. 

4. Bluttransfusion

Kommt es bei einer Bluttransfusion zur Übertragung von Blut einer unterschiedlichen Blutgruppe, agglutinieren (verklumpen) die Erythrozyten durch Reaktion der Blutgruppenantigene mit ihren entsprechenden Antikörpern und die Erythrozyten hämolysieren. Ein Transfusionszwischenfall ist besonders stark ausgeprägt, wenn das Empfängerplasma bereits Antikörper gegen die Spendererythrozyten gebildet hat.

Aufgrund der fatalen Folgen bei der Gabe einer falschen Blutgruppe muss die Blutgruppe vom Arzt, welcher das Blut abnimmt, auf jeden Fall vor jeder Transfusion bestimmt werden und die spezifische Verträglichkeit getestet werden. (Bedside Test, kleine und große Kreuzprobe) 


Kontrollfragen:


1

Innerhalb des AB0 Systems unterscheidet man wie viele Blutgruppen?

A, B, AB und 0 ergibt 4 mögliche Gruppen im AB0 System. Es gibt aber noch weitere Systeme, welche eine noch genauere Unterscheidung zulassen.

2

Bei Blutgruppe A findet sich:

1.    das Blutgruppenantigen A auf den Erythrozyten.
2.    der Antikörper anti-A im Plasma.
3.    das Blutgruppenantigen B auf den Erythrozyten.
4.    der Antikörper anti-B im Plasma.
5.    weder der Antikörper anti-A noch der Antikörper anti-B im Plasma.

Blutgruppe A bedeutet, dass die Erythrozyten ein A-Antigen tragen und sich keine Antikörper anti-A im Plasma befinden. Befänden sich auch Antikörper anti-A im Plasma, würden diese mit den A-Antigenen der eigenen Erythrozyten reagieren und zu einem Transfusionszwischenfall führen. Antikörper anti-B sind hingegen nach dem 6. Lebensmonat im Plasma anzutreffen.

3

Bei Blutgruppe B findet sich:

1.    das Blutgruppenantigen A auf den Erythrozyten.
2.    der Antikörper anti-A im Plasma.
3.    das Blutgruppenantigen B auf den Erythrozyten.
4.    der Antikörper anti-B im Plasma.
5.    weder der Antikörper anti-A noch der Antikörper anti-B im Plasma.

Gäbe es Antikörper anti-B im Plasma eines Blutgruppe B Trägers, würde dieser mit den B-Antigenen auf den Erythrozyten reagieren - mit katastrophalen Folgen.

4

Bei Blutgruppe 0 findet sich:

1.    das Blutgruppenantigen A auf den Erythrozyten.
2.    der Antikörper anti-A im Plasma.
3.    das Blutgruppenantigen B auf den Erythrozyten.
4.    der Antikörper anti-B im Plasma.
5.    weder der Antikörper anti-A noch der Antikörper anti-B im Plasma.

Blutgruppe 0 hat keinerlei AB Antigene auf seinen Erythrozyten, dafür aber beide Antikörper im Plasma. Daher kann ein Mensch mit Blutgruppe 0 nur Blut von Blutgruppe 0 Spendern empfangen.

5

Bei Blutgruppe AB findet sich:

1.    das Blutgruppenantigen A auf den Erythrozyten.
2.    der Antikörper anti-A im Plasma.
3.    das Blutgruppenantigen B auf den Erythrozyten.
4.    der Antikörper anti-B im Plasma.
5.    weder der Antikörper anti-A noch der Antikörper anti-B im Plasma.

AB-Blutgruppenträger haben beide Antigene auf ihren Erythrozyten exprimiert und daher weder Antikörper gegen A noch B Antigene im Plasma. Somit können sie theoretisch sowohl Blut von Blutspendern mit Blutgruppe A, als auch Blut von Spendern mit Blutgruppe B UND von Spendern mit Blutgruppe 0 oder AB nehmen. Sie werden Universalempfänger genannt.